Klimaanpassungsnetzwerk fuer die Modellregion Nordhessen

Termine

UBA-Konferenz: Forschung des Bundes zur Anpassung an den Klimawandel

[02.-03.09.2010] in Kooperation mit dem DWD in Dessau

Arbeitsgruppe "Bauen und Wohnen"

Impulsreferat: Prof. Dr. Anton Maas (Universität Kassel, Vorstand Zentrum für umweltgerechtes Bauen (ZUB) und Fachgebiet Bauphysik)

Moderation: Swen Klauß (ZUB)

 

Impulsreferat

Prof. Dr. Maas bezieht den Bereich Bauen und Wohnen in zweierlei Hinsicht auf Aspekte des Klimawandels: Wie wirkt dieser auf das Bauen und Wohnen und wie beeinflusst dieser Bereich den Klimawandel.

 

Der Klimawandel wird das Wohnen beeinflussen, da steigende Außentemperaturen das gebäudenahe, städtische Mikroklima verändern werden. Damit sind auch Auswirkungen auf die Behaglichkeit in Gebäuden verbunden. Extremereignisse wie Hitzewellen, Starkregenereignisse und Orkane werden voraussichtlich zunehmen. Die sich verändernden Randbedingungen müssen beim Planen und Bauen berücksichtigt werden. Zur Gewährleistung der Behaglichkeit bei hohen Temperaturen im Sommer muss bei der einzusetzenden Anlagentechnik ein deutlicher Fokus in Räumen auf der Nutzung regenerativer Energien (Stichwort solare Kühlung) liegen.

 

Nach der Darstellung aktueller Energieverbräuche für Wohngebäude leitet Prof. Maas zu den politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen über. Um den Verbrauch an fossiler Energie in Gebäuden, speziell im Baubestand, zu reduzieren, wurden von der Bundesregierung Gesetze, Verordnungen und Förderprogramme auf den Weg gebracht. Die angesprochenen Aspekte bezeichnen die verfügbaren Instrumente sowie die zu beachtenden Restriktionen bei der Steigerung der Gebäudeenergieeffizienz im Alt- und Neubau.

 

ZUSAMMENFASSUNG DER ERGEBNISSE

Herausforderungen

  • Sommerlicher Wärmeschutz während Hitzeperioden bzw. Kühlung von Gebäuden und zielgruppenspezifischer Komfort werden primär bei Altbauten als Herausforderung benannt. Für alle Gebäudearten ist zu klären, inwieweit witterungsbedingte Einflüsse durch Schlagregen und Orkane baulich zu berücksichtigen sind.
  • Als technisch-innovative Herausforderung ist Energieeinsparung unter Einsatz neuer Materialien und anlagentechnischer Konzepte zu sehen.
  • Aufklärung und Wissenstransfer werden als wichtige Aspekte gewertet.
  • Städtebauliche Aspekte müssen berücksichtigt werden, um mikroklimatische Gegebenheiten steuern zu können.

Chancen und Risiken

  • Für das Handwerk werden die Herausforderungen des Klimawandels als wirtschaftliche Chance gesehen. Allerdings müssen Beratungsangebote und Förderprogramme fachkundig vermittelt werden, um positive Wirkungen zu erzielen.
  • Fehlende Regelungen wie z.B. im Rahmen der rechtlichen Vorschriften der Bauleitplanung, die Prognoseunsicherheit bzgl. der Folgen des Klimawandels und damit einhergehendes, nachlassendes Interesse der Zielgruppen sind als Risiken zu sehen.

Weiteres Vorgehen

  • Bereits vorhandene Erkenntnisse müssen zu optimierten Sanierungskonzepten speziell bei Bestandsbauten in Form von Demonstrationsprojekten umgesetzt werden.
  • Es wird mehr „niedrigschwellige“ Beratung in Form von Bürgerberatern und nachbarschaftlichem Engagement geben müssen, um die Akzeptanz für notwendige Maßnahmen zu verbessern.
  • Demonstrationsprojekte, zukunftsfähige Dienstleistungen und neue Informationsstrukturen zum Wissenstransfer können beim weiteren Vorgehen positive Akzente setzen.
  • Zukünftig müssen die technischen Regeln und Gesetzgebungen den sich ändernden Rahmenbedingungen angepasst werden.